Gobi March Blogs 2013

Uwe Paschke

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Gobi March (2013) blog posts from Uwe Paschke

07 June 2013 06:13 am (GMT+08:00) Beijing, Chongqing, Hong Kong, Urumqi

Hallo Freunde,

 

Da faehrt man so weit und nimmt alle strapazen auf sich und dann das:

 

IN der nacht hat es heftig gewittert, da wir ja mitten in den bergen sind wohl auch nicht ungewoehnlich. Alles nass und kalt, grosse aufregung in der nacht, da das halbe zelt unter wasser steht und die ersten kollegen ertrinken.

 

Der naechste tag beginnt, stille aufregung, du hast gut 160 km in den knochen, doch dein koerper und dein geist freuen sich unendlich auf diese grosse herausforderung: 75 km nonstop.

 

Es geht lost, easy, es ist arschkalt und regnet, einlaufen warm werden, viele sprinten an mir vorbei. Nach 10 km cp 1, ich bin warm es geht bergauf, ich lasse viele sprinter hinter mir und renne die ersten 400 m zum gipfel  und erreiche cp 2, mir geht es gut. Jetzt den schweren gebirgweg hinauf, 10 km und 780 hoehenmeter, viele einsame yurten, mit einsamen bauern, und einsamen kindern und geselligen viechern jeder art, kalter regen faellt unaufhoerlich, powerwalking, 7,5 km die stunde, cp 3, es wird kaelter, nochmal 780 m rauf, ploetzlich runter vom weg und richtig krass ueber wilder hoppelwiesen zum gipfel, regen, kalt, sehr kalt, atemlos – endlich cp 4. Die leute am cp sind aufgeregt, geht es mir gut, bin ich warm. 35 km auf der Uhr, ich strahle, es geht mir klasse.

 

Weiter geht es, einen steilen jeeptrack hinab, 2800 m hoch, es jaucht wie aus kannen, ich komme um die ecke, eine windschneise, 8 windstarken hauen mich fast um, klitschnass, aber ich habe ja ein nasses t-shirt und ein 100 lightweigt regenjacket an. Es ist so kalt, dass ich glaube, dass meine haende abfrieren, also arme dicht an den koerper pressen und haende hinter den ruecken, aua ist das kalt, jeder schritt stossartige bruellatmung gegen die kaelte, alle kraefte mobilisieren, die strecke ist purer matsch, bei jedem schritt kleben an jedem schuh 3 kilo modder, rennen so schnell es geht, endlich nach 2 km geschafft, regen hoert auf, es wird warmer. Geht doch, das bisschen kaelte.

 

Wow das hat gepusht. Ueberhole auf den naechsten 20 km bergab alle. Cp 5 fliegt an mir vorbei, die sonne scheint, cool bin gleich bei km 53 cp 6 und fuehle mich nur gut. Der koerper kennt seinen job fuer heute, du weisst auf einmal, das schaffst du locker. Nach cp 6 geht es noch mal steil 600 m hoch auf 2400 m und dann rollst du gemuetlich die letzten adrenalingeladen  und stolz ins ziel.

 

Ploetzlich werde ich aus vollem lauf gestoppt, da sitzen kollegen, ich denke jemand ist gestuerzt, da wird mir gesagt, dass das rennen abgebrochen wird. Am cp 2 schneit es bereits und das wetter kommt ueber den naechsten berg und dort schneit es ebenfalls. Ich kann es nicht glauben und bin unsagbar enttauescht. Ich musste 1000 unterschriften leisten, dass der veranstalter eigentlich nichts mit diesem rennen zu tun hat und alles auf eigene verantwortung geschieht. Nun sitze ich in der sonne, bin auf platz 20, fuehle mich super und muss aufhoeren. Typisch amis, die haben immer angst vor der haftung und es sind viele laufer dabei, die bis weit in dei nacht und den naechsten tag laufen muessen.

 

Es dauert stunden bis wir mit bussen in ein camp gebracht werden. Wir schlafen zu 20 in yurten. Jetzt bin ich total ausgehungert, denn es ist 19 uhr, bin 7h gelaufen und habe seit 6 uhr frueh nichts gegessen, die klamotten nass. Ok auch das habe ich ueberlebt.

 

Es ist jedenfalls vorerst mein letzter lauf bei diesem veranstalter. Wir laufen hier nicht in der desert gobi, sondern im gebirge am rande der wueste gobi. Im gebirge muss man mit solchen wetterverhaeltnissen rechnen. Als veranstalter muss ich einen plan b haben oder in der umfangreichen ausruestungsliste die notwendige ausruestung fuer alle faelle vorschreiben. Was soll es, race ein bisschen versaut.

 

Heute haengen wir alle hier rum und ich spiele seit stunden skat mit hauke und torge.

 

Morgen kommt der homerun, 14 km, also nichts. Finisher party und heimreise. Ich komme am 10.6. zurueck.

 

Danke fuer eure tolle unterstuetzung. Freue mich immer sehr ueber eure comments.

 

Mehr gibt es dann zuhause. Macht es schoen, der enttaeuschte Wuestensohn mit grossem onkel reif fuer die amputation. Uwe

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j h

Posted On: 27 Jun 2013 08:38 am

hi uwe, panthastisch + welch tolle berichte von dir! deine beschreibungen deines körpers & gedanken. im rückblick kann dir auch mit dem verdruss der 5 etappe niemand mehr deinen lauf für DICH nehmen. genieße ihn aus vollen zügen. ganz großen glückwunsch von uns! viele grüße jens

05 June 2013 02:48 am (GMT+08:00) Beijing, Chongqing, Hong Kong, Urumqi

gruezi miteinander,
 
also mal vorab: Stage 4 - 41 km - 5:03 h - Platz 18 - yeahhh.
 
Ja mein blauer grosser onkel sah gestern nicht gut aus. der doc konnte wohl kein blut sehen und wollte mich nicht verarzten. also - selbst ist der arzt. doc paschke hat sich schoen die blutblase im nagelbett mit einer stecknadel aufgestochen und dann drei tiefe stiche in die blutblase unter dem nagel, das ganze schoen ausdruecken - soll ja auch spass machen - dann den ollen nagel soweit wie moeglich gekuerzt. noch ein paar blasen und schmarren verarztet und ein bisschen gehofft, dass das ganze etwas abheilt und am naechsten tag nicht mehr so schmerzt.
 
heute morgen war es auch viel besser. also rein in die schlappen und raus in die kalte verregnete gebirgslandschaft. es sieht hier wirklich alles klasse aus - aber nicht wie wueste, oder was man sich darunter vorstellt. also mal langsam losgetrappt, damit die haende auftauen. wieder 400 m bergauf. aber es rollte irgendwie, bin gejoggt, bergauf und bergab und war total happy, dass die mauke wieder mitspielt.
 
cp 1 und cp 2 schnell erreicht, dann ging es bergab ueber etliche fluesse, wobei ob des vielen regens natuerlich immer die schuhe komplett nass und schwer wurden, egal. km 25 es geht eine schotterpiste  steil bergab, genauso wie gestern, als ich keinen schritt mehr machen konnte. diesmal vollgas, es laeuft, adrenalin. cp 3 schon erreicht.weiter bergab ueber eine strasse durch ein dorf, 100erte einheimische winken und sind fasziniert, was fuer bekloppte durch ihre praerie hasten. ich sammle einen lauefer nach dem anderen ein. ich bin schlapp, aber so happy, dass ich beisse und kaempfe und in der prallen mittagssonne bis ins ziel stuerme. der eimer adrenalin schwappt ueber, glueckstraenen kann ich nicht zurueckhalten, tolles ergebnis und das nach dem scheisstag gestern.
 
so, wir haben jetzt gut 160 km auf der uhr. morgen kommt der spassbringer und der hat es in sich. also schon mal vorab, falls ich mich morgen nicht mehr melde: 75 km - 2600 hoehenmeter plus - 2400 minus - hoechster  berg 2800 m. mal schauen, ob ich das unter 12 stunden schaffe. das wird jedenfalls ein hammer.
 
das voelkchen hier sind ueberwiegend mongolische nomaden, die ohne nichts in ihren yurten auf dem acker leben und den ganzen tag nichts zu tun haben. es gibt schaefer auf motorraedern, die ueber wiesen brauchen und  hupend das vieh zusammen treiben. ansonsten alles sehr gruen und ein bisschen wie in den alpen.
 
so ihr lieben, ich druecke euch, 1000 dank fuer eure motivierenden comments. Uwe
 
@pia tatze jus: Liebe und Kuss

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bernd sydow

Posted On: 09 Jun 2013 09:22 am

Lieber Uwe, herzlichen Glückwunsch; das ist ja eine Spitzen-Zeit für die Etappe. Ich wußte schon immer, dass Du nicht normal bist. Gruß Bernd

Marco Suworow

Posted On: 08 Jun 2013 05:44 pm

Uwe du bist super! Je krasser es wird, um so besser wirst du. So kenn ich dich. Wünsche dir weiterhin die nötige Energie für diesen Wahnsinn! Marco, Tatjana, Xeni & Cissi

Martina Duckstein

Posted On: 07 Jun 2013 04:38 pm

Hallo, du verrückter Mann! Hier sind natürlich alle froh, dass du gestern so gut durchgekommen bist. Du wirst ja immer besser. Das Wetter war wohl ziemlich gruselig, dass sogar abgebrochen werden musste (obwohl hier bei uns ein Foto von dir angekommen ist, auf dem du im strahlenden Sonnenschein selig schlummerst :) ). Toll, dass ihr in Jurten schlafen konntet. Das war bestimmt interessant und vielleicht hast du ja wieder von tollen Gerüchen zu berichten... Die letzte Etappe ist ja wohl nur noch Spaßveranstaltung für alle. Und so wünschen wir dir einen entspannten und spaßigen Abschlusslauf. Bis bald und Lobpreisungen an deine Füsse Martina und Bernd

Pia Paschke

Posted On: 07 Jun 2013 12:49 pm

Hallo, habe gerade geschaut und festgestellt, du bist im Ziel. Und das nach 07:24. Du bist auf Platz 23, Wahnsinn!! Das ist erstaunlich. Haben sie die Strecke gekuerzt? Bin sehr gespannt auf deinen Bericht. Gestern gab es ja wohl Wetterschwierigkeiten. Wahrscheinlich schlaefst du gerade. Leider hatten die Veranstalter keine Infos mehr schicken koennen, wegen mangelnden Satellitenempfang. Jetzt steh mal auf und erzaehle uns, wie es war!! Uebrigens, ganz viele Gruesse und Kuesse von Tatjana. Sie hat mir eine sms gesendet. Sie ist auf Gran Canaria ohne Internet und Computer. Konnte nur ueber mein Facebook etwas verfolgen. Sie will ein Kind von dir, soll ich dir schreiben. Kuss bino

bernd sydow

Posted On: 06 Jun 2013 02:07 pm

Lieber Uwe, super, Glückwunsch. Allein beim Lesen rollen sich meine Zehnägel hoch - gruselig und gleichzeitig faszinierend. Also ich bin auf Deinen nächsten ExtremEtappenBericht gespannt. Gruß Tabea, Christiane u Bernd

Frank Reintjes

Posted On: 06 Jun 2013 06:12 am

Moin Uwe, das sieht doch Alles sehr sehr gut aus. Du machst dass soverän wie immer. Als Berliner können eionem Berge auch nix anhaben da hattest du ja ideale trainingsbedingungen. Auch regen kennste von zu Hause. Weiter so ich freu mich auf ausführliche Berichte wenn Du wieder zu hause bist. Also keep on Running und wie immer die Laune nicht verderben lassen aber das kenn ich von Dir eh nicht anders beste Grüße Frank

Lars Kinzel

Posted On: 06 Jun 2013 05:53 am

Das ist der absolute Wahnsinn, aber weiter so wir drücken die Daumen!!! Ein paar Plätze nach vorn sind bestimmt noch drin. Schacka! Volle Attacke und immer nach vorne. Daumen hoch!!!!

04 June 2013 02:38 am (GMT+08:00) Beijing, Chongqing, Hong Kong, Urumqi

hi followers,
 
wie immer kommen meine blogs wohl etwas verspaetet.
 
heute hiess unsere etappe: Ueber die schwingenden Bruecken. ich nenne sie: bruellende fuesse.
 
also heute mal nur  37 km. die einzelnen streckenabschnitte werden in leicht, moderat, schwierig und sehr schwierig eingeteilt.
 
heute begann es mal mit 11 km schwierig. also gleich rein in die tollen berge und nonstop aufwaerts. ok, das ging ja noch. der naechste abschnitt war moderat und man konnte es schoen laufen lassen. war wieder gut in den top 30. dann kam very difficult. heidewitzka, sag ich euch. rein in einen wunderschoenen nationalpark und entlang des wilden flusses ueber besagte drei haengebruecken. glueck gehabt, dass die nicht eingestuerzt sind.
 
danach unendlich viele stufen hoch und dann  abbiegen in ein trockenes flussbett und schliesslich 500 hoehenmeter auf einem km strecke. ich fahre ja gerne mal schwarze skipisten runter, aber so einen berg senkrecht nachoben. au backe, schreiende achillessehnen und wadenmuskeln, liter schweiss, atemlos. endlich oben nach dieser tortur. ein fantastischer ausblick als belohnung. ihr werdet sicher ein paar fotos sehen.
 
dann 5km fast so steil einen wilden jeeptrack hinunter. ich kann kaum gas geben, meine fuesse bruellen vor schmerz, die kniee zerreissen, die oberschenkel platzen. ich bin ja ein paar mal mit dem grossen onkel gegen fette  stein he getreten. fuesse getapt, wohl ein bisschen fest, denn bei der hitze sind die fuesse geschwollen. zaehne zusammen gebissen, km 31, check point 3, erstmal schuhe und socken aus, zehentape entfernt. aua aua, der grosse onkel ist lila, zehnagel ins nagelbett gestaucht, auch lila, mit tape halben nagel abgehoben, aua. was solls, rein in die triefenden socken und ollen schuhe, aus. 6 km gas geben, so weit das noch geht, denn das ganze hat zeit gekostet.
 
6:25 h, platz 49, egal. zugegeben, ne schmerztablette musste sein. jetzt geh ich doch mal zum medical tent.
 
p.s.: entweder waren die kollegen pitschnass vom regen oder hatten die gute idee, die klamotten im fluss zu waschen. es hat dann die ganze ttnacht geregnet. natuerlich ist nichts getrocknet. also dieses buquet ist eine parfum-creation wert, esel, ziege, moschussochse, harzer kaese und moorleiche.
 
oh mann, so  hab ich noch nie gestunken. na gut, darf ich ja nach 1500 hoehenmetern.
 
gehabt euch wohl und ruht euch aus, jammernder Uwe

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Martina Duckstein

Posted On: 05 Jun 2013 08:46 pm

Guten Morgen Uwe, wenn du jetzt aufwachst, darfst du 74,8 km laufen, ist das nicht toll? :) Ich war eben mit deiner lieben Frau einen Wein trinken (Wein - du erinnerst dich?) und ein bischen quatschen. Ich muss doch ein wenig auf sie aufpassen, schließlich ist ihr großer, starker Bär in China! Wie immer tolle Bilder von der Strecke, ich beneide dich um diese atemberaubende Landschaft. Und sogar einheimische Zuschauer an der Strecke, ich würde zu gerne wissen, was die von euch denken. Marsmenschen, Bekloppte, Siegertypen?? Wahrscheinlich von allem ein bischen. Für den langen Marsch wünsche ich dir alles, alles Gute, unendlich viel Kraft, weiterhin das tolle Strahlen, das du auf den Fotos hast und das das Schicksal deinen Füßen gnädig ist! Ne´dicke Umarmung Martina

Pia Paschke

Posted On: 05 Jun 2013 08:44 pm

Hallo, nur zur Information. In den Breaking News steht, morgen sind es 75 Km, Aua, aua, aua Hase, du wirst leiden, aber du wolltest es nicht anders!! In Gedanken bei dir Bino, Marius und Tatze Kannst du mal schreiben, wann du genau zurückkommst? Also, wenn du dafür noch einen Gedanken frei hast....

Pia Paschke

Posted On: 05 Jun 2013 08:08 pm

Hallo Schatz, tut mir leid, dass ich heute frueh nicht geschrieben habe. Hatte sehr viele Termine. Habe aber deine Ergebnisse gesehen und Martina hat mir ein Foto von dir gesendet. Deine Fuesse muessen ja ganz schlimm aussehen und wehtun. Aber du hast ja wacker durchgehalten. Tolle Fotos sind zu sehen. Unsere naechste China-Rundreise ist so gut wie im Kasten. Wahrscheinlich schlaefst du gerade und erholst dich fuer die naechste Etappe. Ich vermute, morgen ist der lange Lauf dran. Oh Gott, wahrscheinlich 70 oder 80 Kilometer. Wir werden lange nichts von euch lesen, aber in Gedanken sind wir bei dir. Morgen frueh wirst du vielleicht noch mal schreiben koennen. Wir warten darauf!! Die Duckies fiebern mit und sind ganz toll. Tatjana ist auf Gran Canaria und hat kaum Internet. Hat aber deine Fotos und Nachrichten auf mein Facebook gesehen. Uns haben ganz viel geschrieben und wuenschen dir weiterhin Kraft und halte durch. 1000 Kuesse Bino

Bernd Duckstein

Posted On: 05 Jun 2013 06:07 am

Ach du lieber Himmel! Uwe, was tust du da nur! Du sollst dich ja da ausprobieren, auch bis an die Grenzen, aber geh uns bitte nicht kaputt! Auf solche Stories wie mit dem Zehennagel steh ich ja nu gar nicht :) Pflege also deine Füsse so gut es geht und tape sie wie rohe Eier (wahrscheinlich sind sie inzwischen empfindlicher). Hoffentlich wird die nächste Etappe etwas flacher und menschefreundlicher - vor dem langen Marsch (ohgottohgott). Die Beschreibung der Nebenkriegsschauplätze ist da schon fast entspannt, wie z.B. die eindrucksvoll beschriebenen Gerüche im Zelt - beneidenswert :)) Man sitzt hier und kann es kaum glauben, was du und die anderen da - freiwillig, man muss es noch mal erwähnen - durchleidest. Aber wenn du dann wieder zuhause bist, kannst du dich beim Bad in der Menge umjubeln lassen, das mach dir wohl keiner nach! Liebe Grüße von den Couch Potatoes aus der fernen Heimat Bernd und Martina

03 June 2013 08:24 am (GMT+08:00) Beijing, Chongqing, Hong Kong, Urumqi

hallo freunde,
 
nachlese zu gestern: es waren max 32 C, die beine haben gut wehgetan und mussten 3 stunden massiert und gestrecht werden, die letzte, n kamen um20:30 ins camp, also nach 12,5 h, aua.
 
heute gab es zur erholung  eine kurze etappe - 41 km, die ueberwiegend leicht sein sollte. na dann mal los.
 
natuerlich ging es zu checkpoint 1 nur bergauf, es war heiss uns schwuel. wir sind heute den ganzen tag ueber wilde weidewiesen gelaufen. das gemeine daran war, dass es ausschliesslich ueber schotter- und geroellpisten ging. ich habe genau drauf geachtet, ich habe den ganzen  tag keinen schritt gemacht, ohne auf mindestens einen oder viele kleine oder grosse steine zu treten, dazu mussten wir durch mindestens 100 trockende flussbetten - steil runter, geroell, sand, steil rauf. natuerlich wurde das ganze mit schoenen steigungen gespickt.
 
5 mal mit den blauen zehen gegen einen dicken wacker getreten, 5 laute schmerzschreie, 5 nicht jugendfreie flueche.
 
wetter: teilweise schwuel heiss, bedeckt, wolkig, windig und 10 min nach meiner ankunft ein heftiges gewitter.
 
bin heute langsam gestartet und habe mir dann nach und nach die uebermotivierten eingesammelt. 5:40h, platz 21, den ganzen waschbrettbauch-teenies in meinem zelt mal gezeigt, wo der hammer haengt ;-)
 
der zeltplatz liegt sehr schoen an einem fluss und wir koennen unseren koerpergeruch optimieren. alles tut weh, aber das kennt ihr ja schon. den ganzen tag noch nichts gegegessen ausser fruehstueck. jetzt hab ich schmacht.
 
also muss ich euch jetzt mal alleine lassen. Morgen wird es richtig hart mit schwierigkeitsstufe very difficult.
 
bis morgen, mit wuesten gruessen, Uwe

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Martina Duckstein

Posted On: 04 Jun 2013 07:02 pm

Lieber Uwe, 6 Stunden 28 Minuten, eben hab' ich die ersten Bilder von Etappe 3 gesehen und bin mächtig froh, dass du auch diesen Tag mit so einer Spitzenzeit bewältigt hast und hoffentlich- wenn auch sicher sehr erschöpft- gesund und mit nicht noch schlimmerem Füßeweh- geschafft hast. Die Bilder, die bei uns ankommen, zusammen mit deinen Zeilen, machen das Ganze wirklich so spannend, dass wir alle vier viel Zeit am Rechner verbringen und viel an dich denken. Die Landschaft, die Menschen, alles wirkt sehr, sehr schön. Hoffentlich hast du zwischendurch auch ein wenig Kraft danach zu schauen. Möge das Glück mit dir und deinen Füßen sein. Für mich bist du eh schon der absolute Sieger! Liebe Grüße von Martina und auch von Bernd

Pia Paschke

Posted On: 04 Jun 2013 05:04 pm

Hi, hier ist es 19.00 Uhr und die Ergebnisse sind da.Schön, wenn man sieht, dass du im Ziel bist. Obwohl du mit der Zeit ja schon wieder richtig gut bist. Hab einiges zu berichten. Mach ich aber direkt. Kuss Bino

Pia Paschke

Posted On: 04 Jun 2013 02:21 pm

Hallo mein tapferer Ritter, heute hat mir Martina wieder ein Foto von Stage 2 gesendet. Du siehst sehr strapaziert aber auch sehr gluecklich aus. Ich glaube, du schaffst das alles. Mit deiner Platzierung kannst du auch wirklich stolz sein. Die anderen Teilnehmer sehen oft juenger, aber nicht wirklich fit aus. Teilweise wirken sie sehr gequaelt. Aber du strahlst in die Kamera, als wenn es fuer dich nichts befriedigender waere, als das jetzt durchzustehen. Wir hier zu Hause stehen im Dauerregen und der Sommer will ueberhaupt nicht kommen. Aber du kommst immer durch und dann noch mit so bombastischen Zeiten. Bald kommt der sehr lange Lauf, davor habe ich immer eine bisschen Schiss. Jetzt bist du bestimmt mit Stage 3 fertig. Die Ergebnisse sind noch nicht zu sehen, aber wir sind gespannt auf deinen Bericht. Du schreibst sehr sehr lustig und unterhaltsam. Alles Liebe weiterhin Kraft und bleib gesund 1000 Kuesse Bino

Henrick Schmitz

Posted On: 04 Jun 2013 12:56 pm

Hi Uwe, klasse, dass du Zeit findest etwas zu berichten. Ich schaue aus der Ferne wieder zu und bin immer neugierig auf die Zeiten und Bedingungen. Es bleibt spannend. Viel Erfolg noch, bei hoffentlich bester Konstitution. Grüße, auch von Lara, Henrick

Andre Krüger

Posted On: 04 Jun 2013 10:26 am

Hi Uwe, ich drück Dir die Daumen, das Du es gut und ohne ernsthafte Verletzungen schaffst. Ist allerdings nicht so anstrengend wie Deine Strapazen. Ich weis Du schaffst das. Zu bewundern ist, dass Du nach so einem Tag noch denken und schreiben kannst. Ich halte hier die Stellung. Habe heute wieder 5 Überweisungen gemacht. Was für ein Stress :-) Also zeig den Teenies, was Du so alles drauf hast. Wenn Du wieder gesund in Deutschland bist, sollten wir Deinen Erfolg gebührend feiern. Vielleicht auch mit etwas Wasser. Beste Grüße André

02 June 2013 03:22 am (GMT+08:00) Beijing, Chongqing, Hong Kong, Urumqi

Hi ihr lieben. Die anreise war schoen anstrengend und hat zwei tage gedauert und mir einen schoenen jetlag beschert. Endlich angekommen im hintersten china haben wir uns dann alle kennengelernt und unsere ausruestung eingecheckt.

Am samstag nachmittag wurden wir mit bussen in die wueste gebracht und haben unsere zelte bezogen. Es gab dann noch ein bisschen 
Folklore tanz und musik, melonen und altes naan-brot.

Die erste nacht war sehr unruhig, denn mein zeltkumpel ist Alex aus der Ukraine der in USA studiert hat, in vietnam lebt und in singapore geschaefte macht und so unglaublich laut schnarcht als haette er drei flaschen wodka getrunken.
Nun gut, um 5,30 h aufstehen und fuesse tapen, fruehstuecken, packen und dann zum briefing. Dort hat mn uns offenbart, dass man die erste etappe um einen km auf 43 km verlaengern musste, was ja dann eigentlich auch egal ist.

Also start um 8 bei leicht bedecktem wetter und ca. 20 C. Ich fuehlte mich gut und bin mal flott losgelaufen. Wir befinden uns hier im altai-gebirge. Demzufolge ging es also durch rauhes gelaende mit staendigem auf und ab. Nach 20 km wurden die beine schon etwas schwerer un die strecke zum ausgleich auch. Also stiefelte ich durch eine traumhafte berglandschaft. Die felsen sehen aus wie auf den seychellen, tolle buschlandschaft und dazu  jede menge kuehe, pferde, schafe ziegen, kamele, hunde und faszinierte chinesen, die hier an der direkten grenze zu  kasachstan sehr mongoloschisch gepraegt sind, dazu einsame yurten - einfach schoen. Endlich checkpoint 3 - km 31 - endlich oben aufm ollen berg- puh schlapp, 3 km runter rasen, bremsen, rechts abbiegen. Na danke, dass was ich gerade runtergelaufen bin, darf ich zur belohnung gleich wieder rauf. Ein wunderschoener naturpark mit wunderschoenen treppen, sehr steil, jeweils 40 cm hoch - dafuer nur 350 stueck, puls 250, mittagshitze, literweise rinnt der schweiss. Die letzten 8 km wieder durch rauhes bergland, staendig einen halben teufelsberg direkt rauf und auf der anderen seite was - na klar - wieder runter und anlauf nehmen auf den naechsten teufel.
Nach 6.30 h endlich im ziel. Bin ca 25 ter, ok. Koerper  aua, drei blaue zehen, alles tut weh. Freu mich auf morgen, da sind es nur 41 km - bisher.

Ich sende euch  wueste gruesse, uwe

@pia - grosse ulb

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Bernd Duckstein

Posted On: 03 Jun 2013 06:06 pm

Hallo Uwe! Deinen Jet-Lag als erste Hürde kann ich noch nachfühlen - hatte ich auch gerade und - ja - das allein ist schon eine Belastung. Dann hört es aber schon auf mit den gleichen Erfahrungen :) Auf den Bildern ist erstaunlich viel Grün und z.T. wunderschöne Landschaft zu sehen. Ich glaube wir müssen den Begriff "Wüste" neu definieren. Nicht, das die Läufe dadurch bequemer würden, aber es macht das Laufen bestimmt angenehmer, als wenn man nur durch trostlose Steppe laufen müsste. Die vielen Hügel und Berge machen sicher besonders mürbe, aber um dieser Herausforderung zu trotzen, dazu bist du ja schließlich dahin gefahren! Habe gerade gelesen, dass die 2. Etappe auch schon beendet ist, mit Regen und Wind. Na, man gönnt sich ja sonst nichts! Ich hoffe, du bist gut durchgekommen und zufrieden mit deiner Leistung. Ich würde sagen, du kannst schon allein darauf stolz sein, morgens aus dem Zelt gekommen zu sein :) Wir sind schon neugierig auf deinen nächsten Bericht und drücken dir wie üblich sämtliche verfügbaren Daumen!!! Halt die Ohren und vor Allem die Zehen steif und zeig uns und deinen Mitläufern wo der Hammer hängt! Go for it! Wir sind bei dir und schieben dich voran. Liebe Grüße von Martina, Bernd, Pauline und Daniel

Berenice Paschke

Posted On: 03 Jun 2013 04:44 pm

Hallo Papa, ich wünsche dir ganz viel Glück und Erfolg ! War am Wochenende auf nem Festival für drei Tage, war supertoll ! Hab Spaß da draußen ! Wir Glauben an dich ! Deine Tatze

bernd sydow

Posted On: 03 Jun 2013 12:46 pm

Wir haben eben fasziniert Deinen ersten Etappenbericht gelesen. Das dabei entstandene Kopfkino ist schon anstrengend genug. Also, weiterhin alles Gute; Christiane, Tabea u Bernd

Pia Paschke

Posted On: 03 Jun 2013 06:07 am

Das liest sich ja schon mal Super. Die blauen Zehen steckst du sicher auch morgen weg. Du weißt ja, irgendwann ist eh alles taub. Schoen,, das dein Blog doch auftaucht. Gestern war er noch nicht aufzurufen. Gestern war ich mit B. und M. In der Brasserie, um auf deinen ersten Lauf zu feiern. War sehr lecker. Annette hat sich beim Tennis die Schulter gebrochen, musste operiert werden, kann nicht mehr für uns spielen und liegt im Krankenhaus. Da sagen immer alle, du lebst gefaehrlich, dabei sind wir hier die Invaliden, die staendig Verletzungen haben. Meine plagen mich auch wieder sehr. Aber du wirst bitte schoen weiterlaufen und gesund ankommen, ja? Was sind den schon ein paar blaue Zehen? Kuss Pia